Vorführung der Stuten bei Schauen und Stutbuchaufnahmen
Wird eine Stute optimal präsentiert, steigen ihre Chancen,
bei der Stutbuchaufnahme gut beurteilt zu werden.
Voraussetzung für eine vorteilhafte Bewertung bei einer
Prämierung sind einwandfreier Futter- und Pflegezustand und
tadelloses Vorführen. Die Zäumung erfolgt auf Trense.
Mit jungen Pferden ist vorher das Verladen zu üben. Pferde,
die lahm gehen, sind nicht beurteilungsfähig.
Oft chaotisch, aber nicht professionell werden die Stuten von
ihren Züchtern bei der Stutbuchaufnahme vorgestellt. Dies
macht es für die zuständige Richterkommission oft nicht
einfach, eine gerechte bzw. generell eine Beurteilung der vorgestellten
Stute zu treffen. Aus diesem Grund wurde vom Pferdezuchtverband
Baden-Württemberg ein Leitfaden für das Vorstellen von
Stuten erarbeitet. Angefangen von der Kleidung des Vorführers,
über Zäumung und Vorstellen im Stand und in der Bewegung
enthalten die Richtlinien alles Notwendige, um künftig nur
noch erfreuliche Präsentationen von Vorführer und Stute
zu sehen.
Der Vorführer oder die Vorführerin sollten geeignete
Laufkleidung tragen. Ideal sind Verbandspolohemd, Verbandspullover
(diese können über die Geschäftsstelle des Verbandes
bezogen werden), Jeans und Laufschuhe. Der Vorführer sollte
in einer Hand einen kurzen, kleinen Zweig mit drei bis vier Blättern
haben, damit er das Pferd im Stand aufmerksam machen kann. Das
Vorführen mit einer langen Peitsche in der linken Hand hat
sich nicht bewährt, da die Stuten ständig seitwärts
dieser fuchtelnden Peitsche ausweichen. Man sollte sich unbedingt
die Mühe machen, die Stute mit zwei Personen vorzuführen,
wobei die zweite Person in der Bahn steht und eine Vormusterpeitsche
(zirka 1,50 Stock und 1,50 Meter Schlag) führt. Im schlimmsten
Fall kann der Verband noch aushelfen, allerdings nicht beim Führen
der Stute.
Der Vorführer sollte über die notwendige Kondition
verfügen und geübt haben. Das Vorführen durch Personen,
die nicht laufgewandt sind oder in starke Atemnot geraten, führt
zwangsläufig zu einer Beurteilung unter Wert.
Das Pferd wird drei Meter vor den Richtern im Seitenbild aufgestellt;
dabei sollten die den Richtern zugewandten Beine geöffnet,
die den Richtern abgewandten geschlossen sein. Das Pferd sollte
aufrecht, das heißt mit erhobenem Kopf, dastehen und weder
grasen noch dem Vorführer die Gürtelschnalle öffnen
(kleiner Zweig, siehe oben). Dabei sollte der Kopf des Pferdes
gut erkennbar sein, die Richter sollen ja Noten für Typ und
Gebäude geben. Diese Noten fallen um so besser aus, je günstiger
das Pferd aufgestellt wird.
Die optische Aufmachung des Pferdes muß in jedem Fall stimmen
Vorteilhaft ist eine eingeflochtene Mähne (mindestens jedoch
gut frisiert und gleich mäßig gekürzt), aber auch
der Schweif sollte gepflegt (gewaschen) sein und waagrecht abgeschnitten
zwei bis drei Handbreit unter dem Sprunggelenk. Der Ausdruck des
Pferdes ist am besten dann zu beurteilen, wenn auch der Schopf
eingeflochten ist Der Kötenbehang und die Barthaare (nicht
Tasthaare) sollten entfernt werden.
Das Trensengebiß sollte so hoch verschnallt sein, dass
ein Fältchen im Maulwinkel entsteht. Der Kehlriemen sollte
locker (eine Handbreit von der Kehle entfernt) verschnallt sein.
Das Reithalfter kann ausgeschnallt werden.
Checkliste zum Vorstellen einer Stute:
I. Kleidung / Ausrüstung und Vorführer:
RICHTIG
geeignete Laufkleidung wie z. B. Jeans (bei Großveranstaltungen
weiße oder schwarze Hose)
Verbandspullover, Verbandssweatshirt
Laufschuhe
kleiner Zweig
Helfer mit Musterungspeitsche
FALSCH
Reitkleidung
raschelnde Anoraks/Blousons
Leggings
Hawaii-Shorts
Arbeitsmantel,
landwirtschaftliche Arbeitskleidung
Gummistiefel, Sandaletten
lange Reitgerte in der Hand des Vorführers
II. Zaumzeug
RICHTIG
hoch genug verschnalltes Trensengebiß
(Fältchen im Maulwinkel)
locker genug verschnallter Kehlriemen
kein Reithalfter
Kopfnummer
FALSCH
tiefhängendes Gebiß
tief verschnalltes Reithalfter
Stallhalfter
III. Aufmachung des Pferdes
RICHTIG
keine Barthaare an der Kopfunterseite,
Schweif gewaschen und verlesen
bei Warmblut und Reitponys:
Eingeflochtene Mähne inkl. Schöpf,
Schweif waagrecht abgeschnitten,
Schweifrübe eingeflochten oder seitlich ausgeschnitten
kein Kötenbehang
gepflegte Hufe
FALSCH
unfrisierte oder abgeschnittene Mähne
strähniger, zipfeliger Schweif
buschige Schweifrübe, zu langer Schweif
Kötenzöpfe (Warmblut und Reitpony)
frisch ausgeschnittene Hufe
(entnommen aus "Landwirtschaftliches Wochenblatt Nr. 11
v. 14.3.98)
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