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Pferdezuchtverein Odenwald/Starkenburg e.V.

Geschäftsstelle: Hans Vilhard, Oberdörfer Str. 53, 64753 Brombachtal
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Mitglied im Verband hannoverscher Warmblutzüchter

Vorführung der Stuten bei Schauen und Stutbuchaufnahmen

Wird eine Stute optimal präsentiert, steigen ihre Chancen, bei der Stutbuchaufnahme gut beurteilt zu werden.

Voraussetzung für eine vorteilhafte Bewertung bei einer Prämierung sind einwandfreier Futter- und Pflegezustand und tadelloses Vorführen. Die Zäumung erfolgt auf Trense. Mit jungen Pferden ist vorher das Verladen zu üben. Pferde, die lahm gehen, sind nicht beurteilungsfähig.

 

Oft chaotisch, aber nicht professionell werden die Stuten von ihren Züchtern bei der Stutbuchaufnahme vorgestellt. Dies macht es für die zuständige Richterkommission oft nicht einfach, eine gerechte bzw. generell eine Beurteilung der vorgestellten Stute zu treffen. Aus diesem Grund wurde vom Pferdezuchtverband Baden-Württemberg ein Leitfaden für das Vorstellen von Stuten erarbeitet. Angefangen von der Kleidung des Vorführers, über Zäumung und Vorstellen im Stand und in der Bewegung enthalten die Richtlinien alles Notwendige, um künftig nur noch erfreuliche Präsentationen von Vorführer und Stute zu sehen.

 

Der Vorführer oder die Vorführerin sollten geeignete Laufkleidung tragen. Ideal sind Verbandspolohemd, Verbandspullover (diese können über die Geschäftsstelle des Verbandes bezogen werden), Jeans und Laufschuhe. Der Vorführer sollte in einer Hand einen kurzen, kleinen Zweig mit drei bis vier Blättern haben, damit er das Pferd im Stand aufmerksam machen kann. Das Vorführen mit einer langen Peitsche in der linken Hand hat sich nicht bewährt, da die Stuten ständig seitwärts dieser fuchtelnden Peitsche ausweichen. Man sollte sich unbedingt die Mühe machen, die Stute mit zwei Personen vorzuführen, wobei die zweite Person in der Bahn steht und eine Vormusterpeitsche (zirka 1,50 Stock und 1,50 Meter Schlag) führt. Im schlimmsten Fall kann der Verband noch aushelfen, allerdings nicht beim Führen der Stute.

Der Vorführer sollte über die notwendige Kondition verfügen und geübt haben. Das Vorführen durch Personen, die nicht laufgewandt sind oder in starke Atemnot geraten, führt zwangsläufig zu einer Beurteilung unter Wert.

 

Das Pferd wird drei Meter vor den Richtern im Seitenbild aufgestellt; dabei sollten die den Richtern zugewandten Beine geöffnet, die den Richtern abgewandten geschlossen sein. Das Pferd sollte aufrecht, das heißt mit erhobenem Kopf, dastehen und weder grasen noch dem Vorführer die Gürtelschnalle öffnen (kleiner Zweig, siehe oben). Dabei sollte der Kopf des Pferdes gut erkennbar sein, die Richter sollen ja Noten für Typ und Gebäude geben. Diese Noten fallen um so besser aus, je günstiger das Pferd aufgestellt wird.


Die optische Aufmachung des Pferdes muß in jedem Fall stimmen

Vorteilhaft ist eine eingeflochtene Mähne (mindestens jedoch gut frisiert und gleich mäßig gekürzt), aber auch der Schweif sollte gepflegt (gewaschen) sein und waagrecht abgeschnitten zwei bis drei Handbreit unter dem Sprunggelenk. Der Ausdruck des Pferdes ist am besten dann zu beurteilen, wenn auch der Schopf eingeflochten ist Der Kötenbehang und die Barthaare (nicht Tasthaare) sollten entfernt werden.

Das Trensengebiß sollte so hoch verschnallt sein, dass ein Fältchen im Maulwinkel entsteht. Der Kehlriemen sollte locker (eine Handbreit von der Kehle entfernt) verschnallt sein. Das Reithalfter kann ausgeschnallt werden.

Checkliste zum Vorstellen einer Stute:

I. Kleidung / Ausrüstung und Vorführer:
RICHTIG

geeignete Laufkleidung wie z. B. Jeans (bei Großveranstaltungen weiße oder schwarze Hose)
Verbandspullover, Verbandssweatshirt
Laufschuhe
kleiner Zweig
Helfer mit Musterungspeitsche

 

FALSCH

Reitkleidung
raschelnde Anoraks/Blousons
Leggings
Hawaii-Shorts
Arbeitsmantel,
landwirtschaftliche Arbeitskleidung
Gummistiefel, Sandaletten
lange Reitgerte in der Hand des Vorführers

 

II. Zaumzeug
RICHTIG

hoch genug verschnalltes Trensengebiß
(Fältchen im Maulwinkel)
locker genug verschnallter Kehlriemen
kein Reithalfter
Kopfnummer


FALSCH

tiefhängendes Gebiß
tief verschnalltes Reithalfter
Stallhalfter


III. Aufmachung des Pferdes
RICHTIG

keine Barthaare an der Kopfunterseite,

Schweif gewaschen und verlesen
bei Warmblut und Reitponys:

Eingeflochtene Mähne inkl. Schöpf,

Schweif waagrecht abgeschnitten,

Schweifrübe eingeflochten oder seitlich ausgeschnitten

kein Kötenbehang

gepflegte Hufe


FALSCH

unfrisierte oder abgeschnittene Mähne
strähniger, zipfeliger Schweif
buschige Schweifrübe, zu langer Schweif
Kötenzöpfe (Warmblut und Reitpony)
frisch ausgeschnittene Hufe

 

(entnommen aus "Landwirtschaftliches Wochenblatt Nr. 11 v. 14.3.98)